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Der neue Kirchbau und die früheren Kirchen der DEKL
Die Kirche an der Av. Columbano Bordalo Pinheiro war nicht der erste Kirchenbau der DEKL.
I. Gleich ein Jahr nach der Gründung der Kirchengemeinde hatte sich die DEKL eine eigene Kapelle gebaut (auf Grund und Boden der niederländischen Gesandtschaft). Noch vor der Gemeindegründung 1761 hielten sich die lutherischen Deutschen zur holländisch-reformierten Gesandtschaftsgemeinde, die jedoch durch das große Erdbeben 1755 zersprengt wurde. Ausgehend von dieser Katastrophe gründeten eben diese zumeist deutschen protestantischen Kaufleute ihre eigene Gemeinde - auch hier unter dem Schutz des Gesandten der Niederlande. (Für ein evangelisches Gemeindeleben in Portugal war der Schutz und die Obhut einer Gesandtschaft unerläßlich!) Während der napoleonischen Kriege - die DEKL stand mittlerweile unter dem Protektorat der dänischen Gesandtschaft - verlor die DEKL ihre erste Kapelle, da die dänische Gesandtschaft Lissabon verlassen mußte.
II. Im Jahre 1818 erbaute die Gemeinde zum zweiten Male eine Kapelle mit Pfarrhaus (auf dem Hof des ehem. hanseatischen Hospitals). Dies war vor allem der Unterstützung der Bartholomäus-Bruderschaft zu verdanken, die über Jahrhunderte hindurch mit der DEKL durch mannigfache Verträge, Schenkungen und gemeinsame Traditionen verbunden war und es bis heute geblieben ist! Bis zum preußischen Protektorat (1866-1916) konnte die DEKL eigenständig agieren, unterstützt durch den Hanseatischen Generalkonsul bzw. später durch die dänischen und preußischen Könige.
III. Als die zweite Kapelle baufällig wurde, wurde im Jahre 1860 eine dritte, neue und größere Kapelle an Stelle der alten Kapelle errichtet, zu der eine ganze Reihe von Personen, Vereinen und Gesandtschaften beitrugen (Könige von Preussen, Hannover, Schweden, der Kaiser von Rußland, Hansestädte, Gemeinden in Deutschland, Gustav-Adolf-Stiftung u.v.m.).
Der 1. Weltkrieg machte alle Planungen zum Bau einer neuen, größeren Kirche zunichte. Gemeindeglieder mußten das Land verlassen, Kirche und Pfarrhaus wurden der Gemeinde genommen, das Gemeindeleben kam praktisch zum Erliegen. Erst 1925 fand die DEKL Aufnahme, zunächst beim Deutschen Verein, später in der neu errichteten Deutschen Schule (1930).
In dieser Zeit der Konsolidierung konnte der alte Wunsch nach einem großen, prächtigem Gotteshaus Gestalt und Raum gewinnen.
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